Leistung ohne Bezahlung? Sonst noch was?

Lust auf ein Experiment? Gehen Sie in ein Café und bestellen Sie einen Cappuccino mit dem Hinweis, '... ich zahle ihn, wenn er mir schmeckt'  oder '... wenn er gut ist, dann werde ich Sie weiter empfehlen, und Sie haben die Chance noch mehr Kunden zu gewinnen.'  Das ist absurd denken Sie? In der Tat, das ist es.  Doch bei Dienstleistungsangeboten wird es immer mehr Habitus, Menschen kostenlos arbeiten zu lassen, damit sie sich 'bewähren'  können. Stets mit dem Ausblick 'neue Kunden zu gewinnen', oder 'sich einen Namen zu machen', falls der Auftraggeber mit der Leistung zufrieden ist. Manchmal hören professionelle Dienstleister - wir sprechen nicht von SchülerInnen oder PraktikantInnen -  auch den Satz: 'Auch ich habe mal klein angefangen, jetzt gebe ich Ihnen die Möglichkeit, auch groß rauszukommen, natürlich kann ich Ihnen dafür kein Honorar geben. Aber sie bekommen meinen guten Namen als Referenz.'  Darüber möchte ich heute schreiben, denn dieses Ansinnen ist nicht nur leider fast schon alltäglich unverschämt, es schadet darüber hinaus dem Selbstwertgefühl des Leistenden und ist schädlich für unsere Wirtschaftskultur. 


Aus dem Bereich der Musik: 'Ich veranstalte ein Event, Du könntest auftreten. Natürlich kann ich Dir keine Gage geben, aber Du kannst dadurch neue Auftraggeber gewinnen.'

Gerade Musiker und Musikerinnnen, egal welcher Couleur können dieses Lied von Ausnutzen und Pseudo-Chancen singen. Viele winken erst nach einigem hoffnungsvollen und kostenlosen Preisgeben der eigenen Fähigkeiten mit dem fahlen Gefühl, 'benutzt zu werden'  ab. Dabei wurde sogar oft die eigene technische Ausstattung - ebenfalls kostenlos - zur Verfügung gestellt. Keine Kosten und Risiken für den Veranstalter. Besser geht's nicht, oder?

 


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Vielleicht denken Sie, 'da ist der oder die doch selbst schuld'. Warum verkaufen sich Menschen so 'billig'?'  Doch es gibt immer mehr - vor allem die Jüngeren und Unerfahrenen - die sich so über den Tisch ziehen lassen. Und das nicht weil sie 'dumm' sind, sondern weil hier das Vertrauen und die Hoffnung noch sehr stark wiegen. Der Glaube an Fairness ist größer und stärker als der Gedanke ausgenutzt zu werden. Es steckt aber mehr dahinter. Doch bevor ich dazu komme, möchte ich noch mehrere Beispiele bringen, die mir in letzter Zeit in Coachingsitzungen begegnet sind oder die ich beobachten konnte.

Aus dem Bereich der Events und Workshops: 'DU kannst uns beim Event helfen, zahlen können wir Dir nichts, doch Du darfst kostenlos dabei sein.'

Events vor allem im esoterischen, spirituellen Bereich, bedienen sich dieser Mache in letzter Zeit sehr häufig. Es wird nichts bezahlt, sondern nur gefordert, schließlich können die kostenlosen Freiwilligen stolz darauf sein, dabei sein zu dürfen, ohne Eintritt zu zahlen. Und wenn dann noch Zeit verbleibt, können sie schließlich auch bei den unterschiedlichen Vorträgen kostenlos lauschen. Man müsse nur fest genug an sich glauben und hoffen, dass klappe dann schon. Fair play und fair pay bzw. guter 'Energieaustausch'? Eher nicht.

Aus dem Bereich des Designs: '...machen Sie mir einen kostenlosen Entwurf. Wenn er mir gefällt bekommen Sie den Zuschlag.'

Auch davon können Designer eine ganz Litanei singen. Rauf und runter. Dass diese für den Entwurf ebenso ihre Arbeitszeit einsetzen, das wird vom Auftraggeber nicht gesehen. Oft genug sind es auch Manager, die vielleicht vom Leben eines Selbstständigen so überhaupt keine Ahnung haben. Schlussendlich wird einfach erwartet, dass der Entwurf kostenlos erstellt wird. Und am besten noch über Nacht. 

Was tun wenn Sie ohne Entgelt Ihre Leistung anbieten, um auf Aufträge zu hoffen?

Was können Sie tun, wenn Sie zu jenen gehören, die auf Ihre große Chance warten, und bis diese kommt, Ihre Leistung unter Wert anbieten? Ob Sie nun Musikerin, Designer, Coach, Berater etc. sind? Warten Sie einfach darauf, dass sich vielleicht  irgendwann Ihre Hoffnung erfüllt? Wenn Ihr Glaube groß ist, dann könnte es so sein. Doch ihr Portemonnaie wird erst einmal leer bleiben. Falls Sie ehrenamtlich arbeiten, ist das ja in Ordnung. Aber wenn Sie sich selbst ernähren müssen und evtl. auch Familie haben, sieht das etwas anders aus. Da wäre der Glaube an sich selbst eine wertvolle und wichtige Alternative, anstatt auf den guten Willen des 'Gönners' zu hoffen.

 

 

Ihr gesunder Selbstwert ist Dreh- und Angelpunkt

 

Es gibt ein Prinzip, das so gut wie immer wirkt: Das Prinzip des guten Selbstwertgefühls. Wenn Sie sich in Ihrem Wert und Ihrer Leistung schätzen und achten, wenn Sie davon überzeugt sind und Ihren gesunden Selbstwert spüren als auch leben, dann bekommen Sie genau den Gegenwert von Ihrem Auftraggeber, denn Sie werden sich dafür einsetzen. Dadurch spürt Ihr Gegenüber, dass Sie wertvoll sind und wird Sie entsprechend wertschätzend behandeln. Das gehört dann nicht zu Ihrem Leben: Nämlich ein Auftraggeber, der sich als Gönner hinstellt, nichts zahlt und über Ihren Wert entsprechend richtet. Gehen Sie eine solche unausgewogene Beziehung ein, dann wäre die Konsequenz negativer als bei einem säumigen Kunde. Denn das fahle Gefühl des 'nicht gut genug seins ... ' oder 'immer noch mehr leisten zu müssen, um in den Augen des Anderen eine Bezahlung zu verdienen.'  ist unterschwellig präsent. Und das schwächt Sie auf allen Ebenen Ihres Seins. Es zieht nach dem Resonanzgesetz auch entsprechend Erfolglosigkeit an. Sie geben Ihre eigene Macht an andere ab.

Leisten Sie kostenlos oder unter Ihrem Wert, so zahlen Sie alleine die Zeche.

 Leisten Sie gute professionelle Arbeit, sollten Sie sich nicht wie ein unmündiges Kind behandeln lassen und Ihre Leistung kostenlos anbieten.  Dann zahlen Sie stets drauf, zum einen mit Ihrer Arbeitszeit, Ihrer Leistung, manchmal sogar mit Ihrem Equipment. Aber darüber hinaus, und das ist das Entscheidende: Sie zahlen mit Ihrem Selbstwert! Dieser ist aber Dreh- und Angelpunkt Ihres Lebens, er ist der Quell Ihres Schaffens und Überlebens. 

 


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Geben Sie ein gutes Beispiel für ein wertvolles miteinander und eine wertvolle Welt. Die Wirtschaft wird auch von Ihrem Verhalten geprägt.



Gute professionelle Arbeit darf nicht kostenlos mit dem Hinblick auf einen spätere möglichen Erfolg geleistet werden. Welches Signal würde hier gegeben werden?  Dass Sie es nicht wert sind? Gehen Sie achtsam mit sich um. Jeder Mensch hat dies verdient und ist es wert.

 

Eines steht fest: Der Gönner streut Ihnen Sand in die Augen, den Sie möglicherweise als guten Willen oder tolle Chance sehen. Die Frage ist nur: Können Sie damit Ihre Rechnungen begleichen und mit einem befriedigenden Gefühl am Ende des Tages auf Ihr Werk zurückzublicken, welches Ihnen als Lebensunterhalt dient? 

 

Sie bestimmen außerdem mit Ihrem verantwortungsvollen Verhalten auch, wie man in der Wirtschaft miteinander umgeht. Lassen Sie sich benutzen, so geben Sie kein gutes Beispiel für junge Menschen und formen so Verhaltensweisen, die irgendwann als 'normal' angesehen werden, da es 'jeder so macht'. Es gehören schließlich immer zwei dazu: Der der ausnutzt und jener der das zulässt.

 

Suchen Sie sich daher Partner, die es Wert sind, Ihre Leistung in Anspruch zu nehmen. Denn mal ehrlich, wenn Sie keine adäquate Gegenleistung bekommen, sollten Sie eher irgendwo die Beine baumeln lassen, sich ausruhen, neue Ideen sammeln etc. als sich unnötig für jemanden abrackern, der sie nicht wertschätzt. Das ist gesünder, produktiver und beflügelt den Geist so wie die Kreativität.

 

Fazit: Achten Sie gut auf sich und leben Sie achtsam ein wertvolles Leben. Denken Sie daran: Fair play heißt fair pay. Es steht Ihnen zu. 

 

© Martina M. Schuster

Bildquelle: Canva

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Kommentare: 3
  • #1

    ANDREA (Montag, 11 September 2017 18:26)

    Super Artikel. Er ermutigt mich sehr. Dankeschön

  • #2

    Anonymos (Dienstag, 12 September 2017 12:14)

    Da ist viel Wahres dran und bringt mich sehr zum Nachdenken. Manchmal stehe ich dazwischen und weiß nicht so recht was ich tun soll. Wie gehst Du damit um? Ich meine, es können doch auch echte Chancen dabei sein ... oder?

  • #3

    Martina M. Schuster (Dienstag, 12 September 2017 12:22)

    @Anonymos: Hallo! Dazwischen zu stehen und nicht so recht zu wissen, ob es eine Chance ist, das kenne ich. Aber wenn Du Deinen Wert kennst, dann kannst Du genau spüren, ob es gut ist oder ob es sich fahl anfühlt. Wenn der Auftraggeber oder die Auftraggeberin (vielleicht sogar noch mit Dir befreundet) ein Event z. B. anbietet, für den er oder sie ebenfalls keine Einnahmen erhält, dann ist es etwas anderes, als wenn Du kostenlos Deine Leistung einbringst, für die sie oder er Einnahmen erzielt. Das ist dann nicht stimmig. Und nur, damit Du dabei bist, das ist m. E. - wenn Du Deine Tätigkeit als eine Profession ansiehst, nicht sinnvoll. Es sei denn, Du nutzt Deine Leistung als plakative und eindeutige Werbemaßnahme, mit Prospekten, Links auf Deine Seite usw. Dann kannst Du abwägen, aber dann sieht Deine Leistung auch ganz anders aus. Und meistens ist dies eben nicht gewünscht, denn der Auftraggeber will ja im Mittelpunkt stehen.